#13 - Tanz auf dem Vulkan
18.06.2021 - Tanz auf dem Vulkan
Feurige Fontänen glühender Gischt schießen kraftvoll aus dem Nichts hoch in die Luft. Sie verpuffen in die Schwärze des Raumes. Ein Mensch, die Kutte leuchtend in flammendes Rot getaucht, schwebt traumverloren in mitten dieses sprühenden Infernos. Man kann die Verbrennung, die Funken greifen, riechen und möchte Abstand nehmen und ist doch gleichzeitig vom Anblick archaisch gefesselt und am Ort gebannt. Faszinierend die leuchtendrote Gestalt betrachtend, die sich schwingend tanzend im Raum bewegt. Die Kutte schwingt um den Körper und mit seligem Blick, den Kopf zur Flammenfontäne geneigt, in der Dynamik des Geschehens.
Die Aufnahme fasziniert durch ihre essentielle Zweifarbigkeit von Schwarz und Rot-Gelb. Die Anordnung der Objekte ist so gewählt, dass die Dynamik hinreichend mit Ruhe betrachtet werden kann.
Aus dem Dunkel kommend erhellt die sprühende Flamme ein geisterhaftes Geschehen vor schwarzem Hintergrund. Eine Symbolik zur Gegenwart wird abgebildet, wie wir sie im Klimawandel und großen gesellschaftlichen Herausforderungen als einen Tanz auf dem Vulkan in der Schwärze des Raumes begreifen können. Mit einer mystischen Darstellung, die uns Menschen traumwandlerisch darstellt, die drohende Nähe der Gefahr nicht erkennend. Kann uns die reinigende Kraft des Feuers, unsere Gedanken durch das entstehende Licht in der Weite des Raumes schwebend, erreichen? Werden wir auf die globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Zeit angemessen reagieren und den Tanz auf dem Vulkan beenden können?
Hermann Hesse
Die Flamme
Ob du tanzen gehst in Tand und Plunder,
Ob dein Herz sich wund in Sorgen müht,
Täglich neu erfährst du doch das Wunder,
Dass des Lebens Flamme in dir glüht.
Mancher lässt sie lodern und verprassen,
Trunken im verzückten Augenblick,
Andre geben sorglich und gelassen,
Kind und Enkeln weiter ihr Geschick.
Doch verloren sind nur dessen Tage,
Den sein Weg durch dumpfe Dämmrung führt,
Der sich sättigt in des Tages Plage,
Und des Lebens Flamme niemals spürt.
Danke an Konny für die faszinierende Aufnahme 📷📷📷📷, fünf
